16. Oktober 2014
Früh geboren -2-
Im Krankenhaus angekommen melden wir uns unten am Empfang an. Wir werden direkt zum Kreißsaal geschickt, die Dame vom Empfang zeigt uns den Fahrstuhl der direkt dort anhält, denn der Kreißsaal ist ganz oben in der 5. Etage.
Als wir dort angekommen sind haben schon 2 Hebammen auf uns gewartet und schon einmal kurz mit uns gesprochen. Dann schicken sie uns weiter in den Untersuchungsraum, dieser liegt direkt vor dem Kreißsaal noch. Zwei Ärzte kommen und nehmen uns mit hinein. Als erstes wird ein Ultraschall gemacht um zu schauen wie es unserem Baby geht und was man bezüglich des Fruchtwassers erkennen kann.
Es ist noch genug Fruchtwasser da, das Herzchen schlägt und unser Baby bewegt sich fleißig, mein Mann und ich sind total erleichtert, vielleicht ist es ja doch alles gar nicht so schlimm und wir können wieder nach Hause. Dann untersucht der Arzt mich noch einmal auf dem Stuhl und macht einen Test um zu schauen ob es auch wirklich Fruchtwasser ist. Es ist Fruchtwasser!!!!
Der Arzt bespricht mit uns das es sich wahrscheinlich um einen Riss in der Fruchtblase handelt und es dadurch zum Verlust des Fruchtwassers kommt. So ein Riss kommt meistens durch eine Entzündung im Körper zustande. Es ist möglich das innerhalb der nächsten 48 Stunden vorzeitige Wehen einsetzten und unser Baby auf die Welt geholt werden muss.
Da ich mich erst in der 26 SSW (fast 27 SSW) befinde und das Baby dann noch sehr unreif sein würde bekomme ich die Lungenreife gespritzt, zwei mal, die zweite gibt es genau 24 Stunden später.
Nun geht es weiter in den Kreißsaal um mich ans CTG- Gerät anzuschließen um zu schauen ob schon Wehen zu erkennen sind. Dort wird auch ein Zugang gelegt, denn ich bekomme nun alle 4 Stunden einen Tropf mit Penicillin gegen eine Entzündung und ich kriege dort auch die erste Lungenreifespritze. Außerdem wird mir noch 2 mal am Tag Blut abgenommen um die Entzündungswerte zu kontrollieren. Der Arzt klärt mich auf das die Entzündungswerte erst einmal, aufgrund der Lungenreifespritze, steigen können, aber das ist eine ganz normale Reaktion des Körpers darauf. Dann muss er mit mir den Kaiserschnitt durchsprechen, er hat einen Katalog dazu bei, der beschreibt wie dieser Eingriff durchgeführt wird und welche Risiken auftreten können usw. Das macht einem ganz schön Angst, denn es wird beschrieben was im schlimmsten Fall gemacht werden muss wenn was schief läuft, es könnte z.B. sein das die Gebärmutter entfernt werden muss.
Am Ende muss ich Unterschreiben, dass die Ärzte im Ernstfall einen Kaiserschnitt durchführen können und ich über den Ablauf und die Risiken aufgeklärt worden bin.
Das war dann auch der Moment als ich mir vorgenommen habe mindestens bis zur 32 SSW durchzuhalten, denn ab diesem Zeitpunkt ist es möglich, bei guten Befunden, eine normale Geburt zu haben. Außerdem bekomme ich auch noch ein Wehenhemmendes Mittel, es heißt Adalat, hierzu muss ich auch unterschreiben das ich aufgeklärt worden bin wofür dieses Mittel eigentlich benutzt wird und ich es aber trotzdem nehmen möchte. Adalat wird bei Herzkrankheiten zur Blutdrucksenkung eingesetzt, jedoch wurde beobachtet das es auch Kontraktionen (Wehen) der Gebärmutter vermindert.
Nachdem das CTG zu Ende ist (nach ca. 30 min.) und sich keine Wehentätigkeit gezeigt hat werde ich auf die Station gebracht. Da ich mich privat Zusatzversichert habe komme ich auf ein Zweibettzimmer, ich bin zum Glück erst einmal alleine.
Mein Mann fährt erst einmal nach Hause um mir Sachen für die nächsten Tage bzw. Wochen wieder mitzubringen, denn es ist klar, aus dem Krankenhaus komm ich erst wenn das Baby auf die Welt gekommen ist.
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